Paar- und Sexualtherapie
Wir lernen in der Regel nicht, wie Beziehung gestaltet wird: wie Konflikte reguliert, Unterschiede ausgehandelt oder Nähe und Distanz gut balanciert werden können. Viele Dynamiken entstehen unbewusst und sind geprägt von früheren Beziehungserfahrungen, Bindungsmustern und individuellen Lebensgeschichten.
Wenn Konflikte häufiger auftreten oder eskalieren, gerät oft nicht nur die Beziehung, sondern auch das Nervensystem beider Partner*innen unter Druck. Gespräche kippen dann rasch in Kampf, Rückzug oder Erstarrung, Missverständnisse verstärken sich und das Gefühl, einander nicht mehr zu erreichen, nimmt zu. Diese Dynamiken zeigen sich häufig auch in Nähe, Intimität und Sexualität. Rückzug, Lustlosigkeit, Druck oder Unsicherheit können Ausdruck von Stress, Verletzung oder mangelnder innerer Sicherheit sein.
Paartherapie bietet einen Raum, Beziehung bewusst zu reflektieren, zu verstehen und weiterzuentwickeln, sowohl in akuten Krisen als auch mit dem Wunsch nach mehr Tiefe, Klarheit und Verbindung.
Traumasensibler Ansatz
Stark eskalierende oder hochstrittige Konflikte können Zustände auslösen, die traumaähnlich erlebt werden. Frühere Erfahrungen von Ohnmacht, Nicht-Gesehen-Werden oder Verletzung können in solchen Momenten reinszeniert werden, oft unabhängig vom aktuellen Anlass. Das eigentliche Thema tritt in den Hintergrund, während alte emotionale Reaktionsmuster die Beziehung dominieren.
In der Paartherapie arbeite ich mit einem traumasensiblen Ansatz. Ein zentraler Teil meiner Arbeit besteht darin, das Nervensystem zu beruhigen und Eskalationsmuster frühzeitig wahrzunehmen. Denn erst wenn es den Partner*innen gelingt, sich innerlich zu beruhigen, wird es möglich, im Kontakt mit dem Gegenüber zu bleiben, zuzuhören und Unterschiedlichkeit auszuhalten.
Auf dieser Grundlage unterstütze ich sie neue Formen von Kommunikation, Begegnung und Konfliktlösung zu erarbeiten. Beziehung kann wieder als sicherer und gestaltbarer Raum erlebt werden, auch dort, wo zuvor Verletzung, Überforderung oder Rückzug im Vordergrund standen.
Beispielhafte Themen in der Arbeit mit Paaren
Erarbeiten eines gemeinsamen Bildes von Beziehung, das Nähe, Verbundenheit und Intimität ermöglicht, ohne die eigene Autonomie zu verlieren.
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Fehlende Balance zwischen Nähe und Distanz: Erkennen & verändern eskalierender Streit- und Rückzugsmuster
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Konflikthafte Kommunikation: Erarbeiten einer konstruktiven Streit- und Konfliktkultur, in einem sicheren Rahmen, in dem beide gehört werden und zuhören lernen
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Belastende Lebensphasen: Entwickeln eines neuen Umgangs z.B. bei herausfordernder Arbeitssituation, Schicksalsschlägen oder Erkrankung, Untreue oder bei Gedanken an Trennung und Scheidung
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Herausfordernde Familienkonstellationen: Unterstützung in Prozessen z.B. Elternwerden, Patchworkfamilie, einseitiger Kinderwunsch oder Solo-Mutterschaft
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Belastenden Beziehungsmuster aus der Vergangenheit: Auseinandersetzung mit erlebten Beziehungserfahrungen hin zu einer schrittweise Veränderung